Neufundländer vom Alten Flugplatz

Die Anschaffung eines Neufundländers

Bevor Sie sich mit dem Gedanken beschäftigen sich so einen süßen, unwiderstehlichen Neufundländerwelpen ins Haus zu holen, sollten Sie sich damit vertraut machen, dass schon in Kürze aus diesem kleinen Wollknäuel ein großes, langhaariges, zottiges Wesen werden wird das gepflegt werden will; Schmutz ins Haus trägt wenn das Wetter schlecht ist und auch dann trotzdem als willkommenes Familienmitglied behandelt werden möchte.

Schließlich ist auch die finanzielle Seite zu betrachten, Steuer, Haftpflichtversicherung, Impfungen, tierärztliche Untersuchungen summieren sich zusätzlich zu den Ausgaben für Futter. Doch das gilt für jeden Hund.

Haben Sie auch an Ihr Auto gedacht?

Einen Teil der Tierarztkosten haben Sie selbst in der Hand: kaufen Sie dort, wo bereits auf Gesundheit der Elterntiere geachtet wird, also bei einem seriösen Züchter. Die paar hundert Euro, die sich beim Kauf im Hundehandel oder bei einem Massenvermehrer sparen lassen, können nach zwei Tierarztbesuchen schon wieder weg sein. Manche locken gar mit Garantien. Was passiert denn dann mit den Garantiefällen? Die gesetzliche, zweijährige Gewährleistungspflicht gilt übrigens grundsätzlich auch für Hundewelpen!

Merke: VDH- Züchter beliefern niemals den gewerblichen Hundehandel!

Vergessen Sie die Anschaffung eines Neufundländers sofort, wenn auch nur eine der nachfolgenden Beschreibungen auf Sie zutrifft:

  • Sie sind allein und ganztägig berufstätig oder außer Haus.

  • Sie haben kostbare Möbel und Teppiche und planen ihren neuen Hausgenossen nur in ganz bestimmte Zimmer oder gar ständig außerhalb des Hauses zu lassen.

  • Ihre Freizeit oder körperliche Konstitution erlaubt es nicht, ihrem Neufi mindestens zwei Stunden Bewegung im Freien zu ermöglichen.

  • Sie haben keine Lösung bei unvermeidlichen längeren Abwesenheiten, z.B. Flugreisen im Urlaub.

  • Ihr Leben wird sich voraussichtlich in den nächsten 10 - 12 Jahren so verändern, dass eine Hundehaltung fraglich wird.

  • Nicht alle Mitglieder Ihrer Familie stehen hinter der Entscheidung, sich so einen Hund anzuschaffen.

    Fraglich bezüglich einer Anschaffung sind auch folgende Bedingungen:

  • beengte räumliche Verhältnisse

  • der Lebensraum Großstadt sowie Ballungsgebiete mit Leinenzwang und beschränktem Auslauf

  • Hundehasser als Nachbarn / Hausbewohner

  • Überempfindlichkeit gegen Schmutz

    Ein Neufundländer fühlt sich dagegen wohl, wenn folgende Gegebenheiten zutreffen:

  • Sein Lebensraum besteht möglichst ebenerdig aus Haus und Garten.

  • Mehrere Familienmitglieder, insbesondere Kinder, leben gemeinsam im häuslichen Verbund

  • Ländliches Gebiet mit viel freiem Auslauf ist gegeben.

  • Ihr Hund kann die meiste Zeit des Tages bei Ihnen sein.

  • Sie lieben ausgedehnte Spaziergänge.


    Wo kaufe ich meinen Neufundländer?

    Nun, diese Frage ist eigentlich ganz einfach zu beantworten: Es gibt keine wirkliche Alternative zum Züchter eines Vereins, der dem VDH angehört. In unserem Fall den Deutschen Neufundländerclub e.V. (DNK)

    Warum nun bei einem Züchter kaufen der einem Club angehört der dem VDH angeschlossen ist, wenn der Tierhandel, oder freie Züchter Tiere gelegentlich viel billiger besorgen können? 
    Der VDH erlegt seinen ihm angehörenden Vereinen strenge Zuchtvorschriften auf, die eine bestmögliche Aufzucht, Gesundheitsvorsorge und artgerechte Haltung erzwingen. 
    Das fängt mit der Zuchtzulassung der Elterntiere an. Dabei werden nicht nur die rassespezifischen Merkmale überprüft, sondern auch Gesundheitszeugnisse verlangt wie:

  • Herzuntersuchung

  • Cystinurie

  • HD und ED Röntgenuntersuchungen

    Die Zuchtstätte (Zwinger) eines Züchters muss von einem Zuchtwart abgenommen werden, bevor dieser das erste Mal züchten darf. Jeder zukünftige Züchter muss heutzutage auch Sachkunde-Nachweise erbringen, bevor er vom VDH überhaupt als Züchter zugelassen wird!

    Die Welpen werden regelmäßig entwurmt, geimpft, einem Zuchtwart vorgestellt, mit einem Chip versehen und dürfen keinesfalls vor der achten Woche abgegeben werden, damit sie während der Prägungsphase ständig in menschlicher Umgebung und bei Mutter und Wurfgeschwistern sein können. Sie lernen dabei Umweltreize und Geräusche kennen und werden sozialisiert.

    10 Fragen, die Sie an Ihren Züchter stellen sollten.

  • Wieviel Hunderassen werden gezüchtet? (werden Sie misstraurisch, wenn es mehr
    als zwei sind)

  • Ist der Züchter in einem Verein, der dem VDH angehört? Wenn nein, was ist die Begründung?

  • Wo und wie sind die Zuchthunde untergebracht (Lassen Sie sich die
    Mutterhündin zeigen). Lassen Sie sich auch die älteren Hunde zeigen, oder wo sind die geblieben?

  • Wo und wie sind die Welpen untergebracht (Licht, Luft, Auslauf, Wärme, Kontakt, Sauberkeit)

  • Sind alle Hunde des Züchters auf HD geröntgt? (A: frei, B: Übergangsform, C: leicht, D: mittel, E: schwer). Es gibt keine Entschuldigung dafür, dieses zu unterlassen. Züchter in VDH-Vereinen erhalten die Zuchtzulassung oder Körung nur bei den Werten A, B und C.

  • In welchem Alter werden die Welpen abgegeben? (Dieses darf nicht vor der achten Woche geschehen)

  • Dürfen Sie die Welpen besichtigen? Wie oft, wie lange?

  • Wie reagieren die Welpen auf Besuch? Offen, neugierig, verspielt oder ängstlich, scheu, gleichgültig, agressiv?

  • Fragt Sie der Züchter nach ihren häuslichen Gegebenheiten, Hundeerfahrung, Haltungsbedingungen? (Einem Händler, Massenvermehrer dürfte das in
    der Regel egal sein)

  • Der verantwortungsvolle Züchter wird sich nach den Haltungsbedingungen beim zukünftigen Welpenkäufer erkundigen und genau abwägen, ob er dem Interessenten so ein kleines Wesen anvertrauen kann. Er wird diesen beraten bezüglich Pflege, Gesundheit und Ernährung und zeitlebens Ansprechpartner bleiben. Möglicherweise wird er Sie auch vor der Welpenübergabe besuchen wollen; dies ist kein Misstrauen Ihnen gegenüber sondern dient dem Wohl des Junghundes.
    Damit ist ein Höchstmaß getan, um dem kleinen Welpen und seinem künftigen Besitzer für die hoffentlich nächsten 10 bis 15 Jahre viel Glück und Freude mit auf den Weg zu geben.

    Rüde oder Hündin?

    Eigentlich ist es nur eine Geschmacksfrage. Rüden werden größer, brauchen in der Flegelphase (8 bis 15 Monate) eine stärkere Hand, laufen heißen Hündinnen nach , heben laufend das Bein und bespritzen sich dabei auch manchmal das Fell. Die Hündin wird ca. alle 6 Monate heiß (es gibt Exemplare, die es auf alle 4 Monate bringen, wie solche, die nur einmal im Jahr läufig werden) und blutet dann ein wenig und muss von Rüden fern gehalten werden. Wenn Sie unschlüssig sind, lassen Sie sich von Ihrer Nachbarschaft leiten. Gibt es viele Rüden in der Nähe, nehmen Sie einen Rüden und umgekehrt.

    Für Ausstellung oder als Familienhund?

    Wollen Sie nicht auf Ausstellungen gehen, so lassen Sie sich von Ihrem Geschmack leiten, oder besser, überlassen Sie es den kleinen Welpen ausgesucht zu werden. Farbe, bzw. Zeichnungen spielen dabei ebensowenig eine Rolle wie Augenfarbe, Pigmentierung oder Größe.

    Wollen Sie eventuell später ausstellen, so folgen Sie dem Rat des Züchters, er hat die Hunde ständig um sich. Schließlich ist es sein Name, der am Hund hängt, und er wird alles tun um Ihnen ein Exemplar zu geben, das im Ausstellungsring erfolgreich zu werden verspricht.

    Ein Rat zum Schluß:

    Sehen Sie sich mehrere Züchter an, auch wenn sie gerade keinen Wurf haben. Lassen Sie sich Referenzen von Welpenkäufern geben, und fragen Sie diese. Haben Sie keine Eile, es ist besser sich beim Züchter des Vertrauens auf eine Warteliste setzen zu lassen, als morgen irgendwie und irgendwo irgendetwas zu erwerben, was zufällig angeboten wird.